Sprechstunden:
Termine nach Vereinbarung unter
Tel: 0821-45 40 950
Notfallservice :
24 Stunden
Mo - So unter
0152-53854344
Eigenblutbehandlung
Blut ist Träger der Seele und des Lebens
Daher ist es nicht verwunderlich, daß wir es bereits sehr früh bei der Behandlung kranker Menschen angewandt finden. Sicherlich wurde diese Anwendung durch die Vorstellung begünstigt, daß das Blut der kostbarste Körpersaft sei. Nur so sind auch die Opferungen von Tieren und Menschen in den unterschiedlichen Kulturkreisen zu verstehen. Nur so wird uns deutlich, warum man das Blut als das beste Heil- und Stärkungsmittel betrachtete.
Schon die alten chinesischen Ärzte behandelten ihre Patienten, die an bestimmten chronischen Krankheiten litten, durch Beibringen von ungezählten Nadelstichen. Dadurch erzielten sie winzige Hautblutungen, die im Prinzip nichts anderes waren, als subkutane Eigenblutinjektionen von kleinsten Mengen Blutes. Bei akuten Infektionen und bei chronisch entzündlichen Krankheitsprozessen wurden von diesen Ärzten künstlich ausgedehnte Hämatome gesetzt.
Dies geschah mittels einer intensiven Kneifmassage. Diese schmerzhafte Behandlungsmethode muß sehr gute Ergebnisse zeigen, denn sie wird heute noch in der chinesischen Medizin angewandt.
Der Papyrus Ebers, aus dem 15. vorchristlichen Jahrhundert, erwähnt u.a. in der ägyptischen Medizin die Anwendung von Blut. So haben die ägyptischen Könige in Menschenblut gebadet, um sich vom Aussatz zu heilen.
Jedoch auch die abendländische Medizin, beeinflußt durch die griechischen Ärzteschulen, kennt schon früh die Anwendung des Blutes zur Heilung bestimmter Krankheiten. So wird u.a. Menschen- und Schafsblut gegen die Epilepsie getrunken. Aber auch hier wieder der Hinweis, Menschenblutbäder bei Aussatz durchzuführen.
In der deutschen Literatur des Mittelalters wird immer wieder die wundertätige Wirkung des Blutes bei chronischen Krankheiten, insbesondere bei den so gefürchteten Hautkrankheiten und dem Aussatz erwähnt. Viele Legenden und Geschichten ranken sich um die Blutbehandlung. Eine davon ist die rührende mittelalterliche Legende des "Armen Ritter Heinrich", die um die Wende des 12./13. Jh. entstand.
"Der schwäbische Ritter Heinrich war zur Strafe für seine Sünden und weltlichen Dünkel mit unheilbarem Aussatz behaftet worden. Alle ärztliche Hilfe war vergebens, nur ein damals sehr berühmter Arzt in Salerno, den man ebenfalls zu Rate gezogen, hatte ihm gesagt, daß er nur von dieser schrecklichen Krankheit befreit werden könne, wenn er das Herzblut einer keuschen Jungfrau trinken würde. Ein schönes und keusches Bauernmädchen ist bereit, dem unseligen Ritter ihr Leben zu opfern, um ihn von seinem Leiden zu befreien. Doch kommt es nicht zum Opfertod, Gott nimmt im letzten Augenblick den Willen der Jungfrau für die Tat; der Ritter wird von seinem Aussatz geheilt und heiratet seine Retterin."
Immer wieder der Hinweis auf die Anwendung von Blut. So kurierte man die Tollwut mit dem Blut von tollwütigen Hunden, Nasenbluten wurde mit Taubenblut gestillt und blutende Wunden mit Rinder- oder Eselsblut behandelt.
Bei Epilepsie galt das Trinken des Blutes eines Enthaupteten als sicherste Methode zur Heilung der Fallsucht. Auch das Bocksblut wird in der deutschen Volksmedizin des Mittelalters als Epilepsie und Steinleiden verabfolgt. Schweinsblut und Schweineherz findet Anwendung gegen das Erysipel.
| 1615 |
führt man erstmals spektakuläre Verjüngungskuren durch, indem man mittels Silberröhrchen direkte Blutübertragungen durchführte. |
|
1666 |
wurde die erste erfolgreiche Blutübertragung bei Hunden durchgeführt. |
| 1810 |
mißglückten weitere Versuche, die Tiere zeigten Schläfrigkeit und Lufthunger und gingen ein. |
|
1819 |
erfolgte die erste Transfusion von menschlichem Blut (Venenblut) mit Hilfe einer Spritze. Dieses Verfahren soll erfolgreich bei Wöchnerinnen durchgeführt worden sein. |
| 1874 |
ist das Jahr des eigentlichen Beginns der Eigenbluttherapie. Der Engländer William Highmore macht den Vorschlag, das von den Wöchnerinnen selbst verlorene Blut zu defibrinieren, zu erwärmen und sodann zur Bluttransfusion zu benutzen. Dieser Vorschlag blieb über 40 Jahre unbeachtet. |
| 1876 | bei chirurgischen Eingriffen beließ man absichtlich Blut in der Wunde, und erreichte dadurch eine schnellere Wundheilung. |
| 1898 | die in Amerika lebenden Schweden Elfstrom und Grafstrom reinjizierten bei Pneumonien kochsalzverdünntes Eigenblut. Tuberkulosefälle wurden von ihnen auf gleiche Art behandelt. Sie entnahmen bei Fieberanstieg Blut aus der Vene und verdünnten dieses mit physiologischer Kochsalzlösung im Verhältnis 1:5.
Das verdünnte Blut wurde dann im Wasserbad zwei Stunden lang auf etwa 176° Fahrenheit erwärmt. Danach erfolgte s.c. die Injektion. Sie sind die eigentlichen Begründer der Eigenbluttherapie. |
|
1905 |
August Bier hatte bemerkt, daß bei Knochenbrüchen das entstandene Haematom wesentlich zur Heilung der Fraktur beitrug. Er injizierte daher bei fehlenden natürlichen Haematomen mit langer Kanüle möglichst zwischen die beiden Bruchenden Eigenblut, um so die zur Heilung notwendigen Entzündungsreaktionen auf natürlichem Weg zu erreichen. |
| 1912 |
wurde von Nowotny die Eigenblutbehandlung bei Infektionskrankheiten erfolgreich eingesetzt. |
| 1913 |
von diesem Zeitpunkt an hat sich vor allem Spiethoff mit der Behandlung von Hautkrankheiten befaßt und hat sehr viele Veröffentlichungen über seine Behandlungserfolge verfaßt. |
In den nachfolgenden Jahren erschienen viele erfolgversprechende Arbeiten über die Anwendung von Eigenblut bei den unterschiedlichen Erkrankungen. Den eigentlichen wissenschaftlichen Unterbau erhielt die Eigenbluttherapie durch die von R. Schmidt 1912 veröffentlichten Studien über die Proteinkörpertherapie.
Karin Gaigl
Naturheilpraxis
Jakoberstraße 5
86152 Augsburg
